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  • Sarah

Meine 2. Halbdistanz - IM 70.3 Luxembourg

Vor genau 2 Jahren stand ich das aller erste Mal an der Startlinie bei einer Mitteldistanz. Ich hatte mich wirklich intensiv auf diesen Tag vorbereitet, aber am Start kamen damals jegliche Zweifel hoch. Ich musste sogar weinen, so schlimm war es.


Am 16.06.2019 sollte es dann erneut auf die 1,9 km Schwimmen, 90km Radfahren und den 21,1km Laufen, langen Strecke für mich gehen. Ich muss ehrlich zugeben, dass meine Vorbereitungen ganz anders verliefen, als ich sie mir eigentlich vorgenommen hatte. Besonders das Schwimmtraining litt unter meiner begrenzten Trainingszeit am meisten. Trotzdem hatte ich mich für diesen einen Tag angemeldet und wollte ihn definitiv auch finishen.


Ich fuhr erst am Samstagmorgen nach Luxemburg und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unfassbar aufgeregt ich war. Dank Nine und Flo von Tri2gether, konnte mir wenigstens für einige Stunden die Anspannung genommen werden. Besonders Angst hatte ich dieses Mal vor dem Schwimmen und bezweifelte sehr, eine halbwegs akzeptable Zeit hinzulegen. Trotzdem versuchte ich mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es einfach nur Spaß machen sollte.


Am Morgen vor dem Start musste ich mich schnellstmöglich aus der Wechselzone begeben. Diese unfassbare Anspannung der Athleten, hat mich ehrlich gesagt wahnsinnig gemacht. Ich hatte an dem Morgen schon mit Bauchschmerzen zu kämpfen, die ich vor allem auf meine Nervosität schob. Kurz vor dem Start kam es dann wieder fast über mich, aber ich nahm mir einfach vor, das Beste aus dem Tag und dem Rennen zu machen. Ich wollte mich bei den Schwimmzeiten zwischen 35-40min einsortieren, landete dann jedoch ziemlich weit hinten, da es am Start recht eng war. Irgendwann fiel dann auch der Rolling Start für mich und ich konnte endlich ins Wasser. Als aller erstes nahm meine Nervosität ab und ich versuchte mir Platz im Wasser zu verschaffen. Jedoch war ich wirklich weiter hinten gestartet, als ich wollte und so hatte ich sogar einige Brustschwimmer vor mir und versuchte an viele vorbeizukommen. Besonders an den Bojen gab es immer mal einen kurzen Halt, aber auf dem Rückweg zum Start, hatte ich dann endlich ausreichend Platz. Für mich verging die Zeit im Wasser schneller als gedacht und ich war zufrieden, als ich nach knapp 38min (mit ein paar Hindernissen), dann endlich aus dem Wasser kam.

In der Wechselzone kam dann die absolute Vorfreude aufs Radfahren. Die ersten 37 Kilometer verflogen ebenfalls und ich war für meine Verhältnisse total zufrieden mit dem bisherigen Rennen. Wer Luxemburg kennt, der weiß, dass die ersten 37 Kilometer absolut Flach sind und an der schönen Mosel entlangführen. Danach ging es für die nächsten 30 Kilometer immer mal wieder ein paar Anstiege hoch und runter, aber auch dort ging es mir gefühlt schon deutlich besser als vor 2 Jahren (knapp 700 Höhenmeter.). Auf den letzten Kilometern, versuchte ich nochmal in die Pedale zu treten. Ich muss an dieser Stelle auch hier nochmal hervorheben, dass die Radstrecke absolut schön ist. Am Ende kam ich dann mit einem dicken Grinsen in die Wechselzone, denn ich hatte meine Rad Zeit von vor 2 Jahren um einige Minuten unterboten. Nur ehrlich gesagt hielt sich meine Motivation für den anstehenden Halbmarathon noch in Grenzen.



Auf der Laufstrecke stand eines meiner persönlichen Highlights direkt hinter der Wechselzone, denn eine Freundin war extra für mich angereist zum anfeuern. Im Gegensatz zu 2017 war die Laufstrecke dieses Mal 3 anstatt 4 Runden lang. Sie führte auch an der Mosel entlang, allerdings auf der entgegengesetzten Richtung zum Radfahren. Ich versuchte ein für mich gutes Tempo zu finden und muss ehrlich zugeben, dass die 1. Runde wirklich verflog. Ich bin bei solchen Rennen eh ein absoluter Runden Befürworter, da ich in meinem Kopf keinen Halbmarathon hatte, sondern ausschließlich die 3 Runden. Ich schaffte es tatsächlich durchzulaufen und legte nur an den Verpflegungen kurze Gehpausen ein. An diesem Tag rettete mich auch wieder mal mein Lieblingsgetränk auf diesem Rennen… Cola. Irgendwann war ich dann auch auf der letzten Runde unterwegs und ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich definitiv eine Bestzeit aufstellen müsste. Meine Motivation nochmal ein bisschen Tempo zuzulegen vergrößerte sich, aber mein Körper war damit nicht ganz einverstanden und langsam erschöpft. Als ich dann auf den Roten Teppich angekommen war, konnte ich es kaum fassen. Mit einer Bestzeit von 5:34h überquerte ich die Ziellinie und ehrlich gesagt, hatte ich damit am Anfang des Tages nicht gerechnet.



Ich konnte mir meine Freudentränen nicht zurückhalten und es gab als 1. Dicke Medaille von einer Dame, die mir die Medaille um den Hals gehangen hatte. Danach fiel ich meiner Freundin in die Arme. Ihre erste Frage: Sehen wir uns nächstes Jahr wieder? Meine Antwort: ich weiß nicht, ob ich das nochmal mache. Nur ein paar Stunden später war ich aber der festen Überzeugung, dass ich definitiv im nächsten Jahr wieder an einer Halbdistanz teilnehmen möchte. So sehr man teilweise an sich zweifelt und auch flucht, die Emotionen danach sind wirklich einmalig. Trotzdem kann ich es nur immer wieder sagen: Respekt an jeden Athleten, der sich das Ganze auf einer Langdistanz antut.




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